Schutz vor Einbrechern – wie Haus und Wohnung sichern?

3 einfache Tipps zum Schutz vor Einbrechern

Mehr als 160.000 Einbrüche verzeichnet die Kriminalstatistik für 2016. Das sind 430 Einbruchsdelikte, die jeden Tag in Deutschland begangen werden. Für die Opfer ist dies neben dem materiellen Schaden vor allen Dingen mit psychischen Wunden verbunden: Oft leiden sie monate- wenn nicht jahrelang unter den Folgen und fühlen sich in den eigenen vier Wänden nicht mehr sicher.

Zudem halten sich nach wie vor hartnäckige Irrtümer, etwa, dass Einbrecher hauptsächlich nachts kommen oder die Versicherung in jedem Fall den Schaden übernimmt. Dabei gilt lediglich eine Sache unumstößlich: Kein Haus ist so sicher, dass ein Einbrecher es nicht knacken könnte. Sie sollten ihm es aber nicht zu leicht machen, denn die wenigsten Täter sind echte Profis. “Gelegenheit macht Diebe”, lautet ein altes Sprichwort.

Welche Gelegenheiten Sie dem Einbrecher nehmen sollten, haben wir für Sie aufgelistet.

  • Die meisten Einbrüche werden zwischen den Morgenstunden und dem späten Abend begangen. Das bedeutet also, dass tagsüber (vor allem in den Herbst- und Wintermonaten) für Diebe Hochsaison ist. Achten Sie also auch am Tag darauf, dass Ihre Fenster und Türen nicht nur verschlossen, sondern abgeschlossen sind. Das einfache Zuziehen der Haustüre stellt nicht mal für einen Laien ein Problem dar, wie zahlreiche Videos im Internet zeigen.

    Auch Fenster dürfen nicht auf “Kipp” stehen gelassen werden, denn so können sie (auch bei abgeschlossenem Fenstergriff) in weniger als 10 Sekunden einfach aufgehebelt werden. Mehr Schutz bieten einbruchhemmende Fenster, die Sie im Fachhandel bekommen oder entsprechend nachrüsten können.

    Unser Tipp 1: Verschließen Sie auch tagsüber immer alle Fenster und Türen, wenn Sie nicht im Raum oder in der Wohnung sind. Auch, wenn Ihre Wohnung nicht im Erdgeschoss liegt!

  • Seien Sie ein aufmerksamer Nachbar – nicht nur in Häusersiedlungen. Wer sich auf frischer Tat ertappt fühlt, sucht vielleicht schnell das Weite. Das bedeutet nicht, dass Sie den Helden spielen sollen:

    Wenn Sie aber etwas Verdächtiges entdecken, etwa, dass eine Ihnen unbekannte Person das Nachbarhaus oder die Nachbarwohnung auszukundschaften scheint, sprechen Sie sie aus sicherer Distanz an.

    Es reicht oft schon der Hinweis, dass “die Frau Müller in ein paar Minuten wieder da ist” / “der Herr Schmidt Sie gebeten hat, aufzupassen” / oder die Frage: “Darf ich fragen, wer Sie sind und was Sie dort machen?” Natürlich in sicherem Abstand – oder durch den Sicherheitsriegel Ihrer eigenen Tür.

    Seien Sie auch skeptisch, wenn unangemeldet die Stadtwerke oder der Stromanbieter vor der Tür steht. Lassen Sie niemanden in Ihre Wohnung – und auch nicht in die Nachbarwohnung, wenn Sie dort den Schlüssel zum Blumengießen bekommen haben. Die Drohung “Wenn ich nochmal wiederkommen muss, muss ich das aber berechnen!” ignorieren Sie am besten einfach.

    Unser Tipp 2: Achten Sie auf Ihr Umfeld und vertrauen Sie Ihrem Bauchgefühl, wenn Ihnen etwas oder jemand komisch vorkommt. Rufen Sie im Zweifel lieber einmal zuviel die Polizei – aber halten Sie stets einen sicheren Abstand!

  • In Häuser und Wohnungen wird in der Regel eingebrochen, wenn der Täter sicher sein kann, dass niemand zu Hause ist. Das bedeutet, dass Sie zu keinem Zeitpunkt einen Zweifel daran lassen sollten, dass Ihr Haus / Ihre Wohnung bewohnt ist.

    Ein wichtiges Indiz ist für Einbrecher z.B. der Briefkasten. Wenn Sie länger als 1-2 Tage verreisen, dann bitten Sie Freunde oder die Nachbarn darum, den Briefkasten zu leeren. Ein sichtbar voller Briefkasten (auch wenn Sie kaum Briefe bekommen, Sie bekommen Werbepost) ist ein Zeichen dafür, dass niemand zu Hause ist.

    Verwenden Sie auch Zeitschaltuhren für die Räume Ihrer Wohnung, um Lichter o.ä. zu steuern. Im Fachhandel gibt es übrigens kleine LED-Fernsehsimulatoren, die der Außenwelt vorgauckeln, dass Sie gerade gemütlich auf Ihrem Hussensofa liegen und einen Film schauen.

A pro pos Urlaub: Wenn Sie auch nur einen Tag verreisen, teilen Sie das bloß nicht über die sozialen Netzwerke mit. Es ist ein Leichtes, Ihren Namen einer Adresse zuzuordnen. Sie tun sich einen größeren Gefallen, nichts zu posten, auch wenn Sie in Dubai im 6 Sterne Hotel logieren.

Unser Tipp 3: Einbrecher suchen eine Gelegenheit und wollen in der Regel nicht entdeckt werden. Eine Wohnung, in der Licht brennt, der Fernseher läuft und der Briefkasten geleert ist, könnte für einen Einbrecher abschreckend wirken. Auch, wenn Sie gar nicht zu Hause sind!

Fazit

Eine 100%igen Schutz vor einem Einbruch können diese 3 Tipps natürlich nicht bieten – aber das sollen sie auch nicht. Sie sollen einen Beitrag dazu leisten, es potenziellen Einbrechern mit einfachen Mitteln so schwer wie möglich zu machen. Wie Sie Ihr Heim wirklich sicher machen, können Sie u.a. bei den polizeilichen Beratungsstellen erfahren. Dort erfahren Sie auch alles über einbruchhemmende Türen & Fenster.